Waldkautz, Frank Körver

Galerie 238 – Glück gehabt

Manchmal hat man Glück und entdeckt per Zufall ein lohnendes Fotomotiv. Dann gilt es „nur“ noch zu handeln …

Anfang April saß ich im Wald und schaute mit meinem Wärmebildgerät ein wenig in der Gegend herum. Plötzlich sah ich eine ungewöhnliche Wärmequelle in einem abgebrochenen Fichtenstamm.

Grund genug, die Stelle mal näher mit dem Fernblas zu betrachten. Ich staunte nicht schlecht, als ich einen Waldkautz erkannte, der dort offensichtlich den Tag verschlief. Leider stand unser Familienurlaub unmittelbar bevor, so dass ich keine Gelegenheit hatte, mich spontan um den Kautz zu kümmern. Nach dem Urlaub war mein ersten Gang natürlich der zum abgebrochenen Fichtenstumpf. Leider Fehlanzeige. In den nächsten Tagen sah ich ihn aber wieder dort sitzen. Er nutze die geschützte Stelle wohl als sporadischen Tagesschlafplatz. Mein erster Gedanke galt einer Kamera mit ferngesteuertem Auslöser. Dies erwies sich aber als schwierig, da mein Versteck zum Auslösen zu weit vom Kamerastandort entfernt lag. Somit entschied ich mich, den Kautz mit meiner Kamerafalle zu fotografieren, die ich bereits für die Wildkatzenfotografie verwendet habe. Der Wert des nun über ein paar Wochen im Wald zurückgelassenen Equipments war allerdings deutlich größer als damals. Stativ, Kamera und mein großes Tele nebst Kamerafalle ergaben zusammen eine beträchtliche Summe. Neben einer guten Tarnung war auch der Schutz gegen schädliche Witterungseinflüsse wichtig. Da zu diesem Zeitpunkt ein erhebliches Aufkommen von Gewitterstürmen herrschte, waren meine Nächte zu Hause im Bett nicht immer ruhig. Insgesamt hat es aber sehr gut funktioniert, auch wenn die Kamera im Gegensatz zur Katzenfotografie eine Menge Fehlauslösungen hatte. Ob Maifliegen, die zu dieser Zeit sehr zahlreich vor der Lichtschranke unterwegs waren, kann ich bis heute nicht sagen. Aktuell widme ich mich immer noch dem Käutzchen, in der Hoffnung, noch ein paar schöne Aufnahmevarianten zu bekommen. Momentan versuche ich mein Glück aus einem Tarnversteck heraus, das ich ganz in der Nähe des Fichtenstumpfes eingerichtet habe. Bislang aber leider noch vergebens.